DIE SAMMLUNG DES ARCHITEKTURMUSEUMS DER TU MÜNCHEN WIRD DIGITALISIERT
Der enorme Archivbestand des Architekturmuseums mit Dokumenten aus dem 16. Jahrhundert bis heute ist das historische »Gedächtnis« der Fakultät für Architektur und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Architektur. Kontinuierlich wachsen die Bestände durch die Übernahme von Nachlässen bedeutender Architekten weiter an. Heute umfasst das größte Spezial- und Forschungsarchiv für Architektur in Deutschland ca. 500.000 Zeichnungen und Pläne von annähernd 700 Architekten, über 100.000 Originalphotographien sowie eine Vielzahl an Modellen und Archivalien. Die Spannweite an Arbeiten namhafter Architekten reicht von Balthasar Neumann bis Le Corbusier und von Leo Klenze bis Peter Zumthor. Das Architekturmuseum und die Universitätsbibliothek der TUM starten, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), ab Juni 2009 die Digitalisierung der Plansammlung des Archivs. Das DFG-Projekt trägt dazu bei, die wertvollsten Planbestände des Architekturmuseums zu sichern, ihre Verwaltung zu erleichtern und durch eine hochauflösende Digitalisierung, Erschließung und Online-Präsentation für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit optimal zugänglich zu machen. Während der zweijährigen Projektlaufzeit werden die erstellten Digitalisate kontinuierlich in die Datenbank eingebunden. Eine Auflistung des Inventars ist ab sofort unter http://www.architekturmuseum.de abrufbar.
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Max Beckmann Gesellschaft erwirbt kulturhistorisch bedeutendes Material für Max Beckmann Archiv aus Privatbesitz: 1.000 Briefe des Expressionismus an den Frankfurter Mäzen und Sammler Carl Hagemann (1867 - 1940)
Etwa 1.000, teilweise mit Zeichnungen versehener Briefe wichtiger deutscher Expressionisten und ihres Kreises, vor allem von Mitgliedern der Brücke, gehörten zum Nachlass von Carl Hagemann, einem der großen Mäzene dieser Bewegung. Das Briefkonvolut, das für die deutsche Geschichte und Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts von einzigartiger Bedeutung ist, wäre ohne die Max Beckmann Gesellschaft e. V. nicht als Gesamtheit erhalten geblieben, sondern über den Handel verstreut worden.
Hagemanns Briefwechsel mit Künstlern des letzten Jahrhunderts erstreckte sich über dreißig Jahre. Seine besondere Vorliebe galt Ernst Ludwig Kirchner, von dem sich 346 Briefe erhalten haben. Zudem finden sich im Konvolut zahlreiche Schreiben u. a. von Schmidt-Rottluff, Heckel, Nolde und Nay, aber auch von dem Essener Museumsdirektor Ernst Gosebruch, der, wie die von ihm vertretenen, von Hagemann geförderten Künstler, unter dem Nationalsozialismus verfemt war
Die Dokumente zeugen von einem außergewöhnlichen Vertrauen zwischen den Absendern und dem Adressaten, sodass ihnen nicht nur biographische Informationen, sondern auch Angaben zur Entstehung vieler Kunstwerke zu verdanken sind. Zahlreiche Briefe sind mit Skizzen, farbigen Entwürfen und Arbeiten der Druckgraphik versehen, die über ihren dokumentarischen Wert hinaus künstlerischen Eigenwert besitzen.
Die Briefe stellen eine einmalige Quelle zur Rekonstruktion der kulturellen Lage Deutschlands zwischen den Weltkriegen dar und sind ein Kulturgut höchsten Ranges. Die Erwerbung durch die gemeinnützige Max Beckmann Gesellschaft für das von ihr betreute Archiv ist mit freundlicher Hilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder, der Bayerischen Landesstiftung, der Hubert Burda Stiftung, des Eleonora-Schamberger-Nachlasses sowie privaten Spendern und Eigenmitteln gelungen. Allen Helfern ein großer Dank!
Im Max Beckmann Archiv befinden sich bereits über 2.000 Autographen, darunter ca. 270 von Max Beckmann selbst, aber auch aus seinem engeren und weiteren Kreis, außerdem Briefe von Benjamin, Benn, Barlach, Chagall, Rilke, Gropius, Kokoschka, Freud, Thomas Mann und vielen anderen. Mit dem Hagemann-Konvolut ist die Bedeutung des Archivs, auch als Forschungsstätte zum Expressionismus, überhaupt zur Kultur des 20. Jahrhunderts noch erheblich gesteigert worden.
Max Beckmann Gesellschaft | Max Beckmann
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Die Gegenwart der Linie Eine Auswahl neuerer Erwerbungen des 20. und 21. Jahrhunderts
Pressevorbesichtigung: 18.03.2009, 11.00 Eröffnung: 18.03.2009, 18.30 Ausstellungsdauer: 19.03.-21.06.2009
In einer Art »Zugabe« zur Jubiläumsschau der Staatlichen Graphischen Sammlung anlässlich ihres 250. Geburtstags im vergangenen Jahr begegnen sich Zeichnungen und Druckgraphiken von 120 Künstlern aller Generationen und unterschiedlichster Herkunft. Diese ausgewählten Arbeiten, die aus konzeptuellen Gründen in der Geburtstagsausstellung keinen Platz finden konnten, geben nun einen spannenden Einblick in die jüngste Erwerbungsgeschichte.
Die Linie gilt ? in all ihrer Ausdrucksfähigkeit ? als das seit den frühen Anfängen der Zeichnung dominierende Mittel. Bei der Gegenüberstellung der Werke geht es nicht um strenge kunsthistorische Kategorisierung. Viel mehr sollen sich im Sinne einer Blütenlese einzelner Blätter berühmter und weniger bekannter Künstler unerwartete Nachbarschaften ergeben. Gezeichnete Werke von Klassikern der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts wie Matisse, Laurens oder Masson und Arbeiten ebenso berühmter Kollegen wie Kelly, LeWitt, Darboven, Beuys, Chillida oder Artschwager präsentieren sich neben Arbeiten der jüngeren und jüngsten Generation, wie z.B. von Ellenrieder, Heath, Ortwed, Shishkin, Stegmaier oder Terfloth. So soll ein spielerisch-offener Dialog entstehen, der an die schöpferische Fantasie des Betrachters appelliert und die Bedeutung der gezeichneten Linie auch für die jüngere Künstlergeneration unterstreicht.
Es erscheint ein Katalog (hrsg. von Michael Semff und Andreas Strobl unter der Mitarbeit von Frédéric Bußmann) mit den Abbildungen aller ausgestellten Werke und einem Künstleranhang.
Olaf Metzel | Skizzenbuch, um 2001 Staatliche Graphische Sammlung (Geschenk des Künstlers) © VG Bild-Kunst, Bonn 2009
Die Gegenwart der Linie: Eine Auswahl neuerer Erwerbungen des 20. und 21. Jahrhunderts der Staatlichen Graphischen Sammlung München
Pinakothek der Moderne
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Ausstellung Lawrence Weiner, TOWARDS A REASONABLE END 5. Mai - 28. Juni 2009
Der US-amerikanische Künstler Lawrence Weiner widmet seine aktuelle Präsentation im Rahmen der Ausstellungsreihe Double ? 40 Jahre Kabinett für aktuelle Kunst in Bremerhaven im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main seiner Anfang März verstorbenen Künstlerkollegin Hanne Darboven. Lawrence Weiner und Hanne Darboven verband seit den sechziger Jahren eine enge Freundschaft, die außerordentlich vielschichtig war und sich nicht zuletzt durch künstlerische Dialoge artikulierte.

Als herausragendes Beispiel für die intensive Bindung und den künstlerischen Austausch kann Weiners Arbeit TOWARDS A RESONABLE END angesehen werden, deren Präsentation als Teil der Ausstellungsreihe Double bereits seit langem vom MMK geplant ist und die ab dem 5. Mai 2009 in Frankfurt zu sehen sein wird. Diese im Jahr 1975 von Lawrence Weiner für das Kabinett für aktuelle Kunst in Bremerhaven konzipierte Wandmalerei, wurde nur wenige Wochen darauf von Hanne Darboven, im Rahmen ihrer eigenen Ausstellung in derselben Institution, zitiert. Diese übernahm Wort für Wort die vier zentralen Zeilen der Text-Skulptur Lawrence Weiners und reflektierte somit das Werk des amerikanischen Kollegen im Kontext ihres eigenen ?uvres. Durch die Widmung der erneuten Präsentation von TOWARDS A RESONABLE END, in dem von Gregor Schneider im MMK realisierten Nachbau des Bremerhavener Kabinetts für aktuelle Kunst, ändert Lawrence Weiner die Richtung der Bezugnahme und unterstreicht damit die Bedeutung Hanne Darbovens für sein Werk, sowie die besondere Qualität ihrer Künstlerfreundschaft. Zugleich möchte das MMK aus aktuellem Anlass und als Ort der Ausstellung Double auf den besonderen kunsthistorischen Stellenwert von Hanne Darboven hinweisen, die genauso wie Lawrence Weiner mit zentralen Werken in der Sammlung des Hauses vertreten ist und auch in der nächsten Neupräsentation der Sammlung des MMKs im Herbst 2009 mit weiteren Werken vertreten sein wird.
MMK Museum für Moderne Kunst, Domstraße 10, 60311 Frankfurt/Main | The Artist's Contract: Interviews with Lawrence Weiner, Jackie Winsor,...
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AUSSTELLUNG: Zoe Leonard - Fotografien
Pressevorbesichtigung: 01.04.2009, 11.00 Eröffnung: 01.04.2009, 19.00 Ausstellungsdauer: 02.04.-05.07.2009
»For me photography is intrinsically about observation. It?s about being present in and having a certain perspective on the world around me. It?s not so much about creating, or my imagination - as drawing. It?s more about responding.«
Die Amerikanerin Zoe Leonard (1961 in Liberty, New York, geboren), die bereits mehrmals auf der documenta wie der Whitney Biennial vertreten war, zählt zu einer der außergewöhnlichsten Künstlerinnen ihrer Generation. Seit über zwanzig Jahren praktiziert sie mit dem Medium Fotografie ein denkendes Wandern, ein erkennendes Schauen. Auf ihren Streifzügen durch Städte und Landschaften durchforstet sie Natur und Kultur, urbane Räume und museale Stätten auf der Suche nach Zeichen, die über unsere gesellschaftlichen Verhältnisse und ihre unausgesprochenen Widersprüche Auskunft geben. Leonard, die mit 15 die Schule abbrach und sich jahrelang mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt, eignete sich die Fotografie autodidaktisch an.
Im Zentrum ihres Interesses stehen vor allem unscheinbar oder belanglos anmutende Dinge und Alltäglichkeiten, die sie mit großer Beharrlichkeit und oftmals zärtlich anmutenden Respekt durchdringt, um sie zum Sprechen zu bringen. Ihr auf Sammeln und Re-Präsentieren ausgerichtetes Interesse ist einem archäologischen Akt vergleichbar, mit dessen Hilfe die Künstlerin sich die Welt, die sie umgibt, anzueignen und zu verstehen versucht. Dabei untersucht Leonard zentrale Themen unserer Zeit: sie beschreibt die Folgen der Globalisierung für unser Selbstverständnis, sie reflektiert das Verhältnis zu Natur und Geschichte, hinterfragt den Umgang mit Sexualität und berichtet über Kolonialismus, Ausbeutung und Verdrängung.
Ihr auf Reduktion bedachter fotografischer Stil wechselt je nach Motiv nicht nur zwischen Schwarzweiß und Farbe oder zwischen miniaturhaften und fast lebensgroßen Formaten, sondern auch zwischen Aufnahmen, die aus extremen Blickwinkeln aufgenommen wie Schnappschüsse wirken können, und Bildern, die in ihrer formalen Strenge und Perfektion an wissenschaftliche Aufnahmen erinnern. Zwischen 1998 und 2007 arbeitete Leonard an einem fotografischen Langzeitprojekt, »Analogue«, das heute mehr als 400 Fotografien umfasst. Ausgehend von ihrer unmittelbaren Nachbarschaft in Harlem, auf der Lower East Side Manhattans und später in Brooklyn bis hin zu Orten, die sie in Europa und Afrika aufgesucht hat, beschreibt sie den Übergang des industriellen in das digitale Zeitalter, den Verlust spezifischer lokaler Eigenheiten zugunsten einer sich in ihren visuellen Zeichen immer stärker angleichenden, globalisierten Welt. In der Tradition von Fotografen wie Eugène Atget, Walker Evans oder Bernd und Hilla Becher nutzt Leonard die künstlerischen Möglichkeiten dokumentarischer Fotografie, die Relikte einer vergehenden Welt kurz vor ihrem endgültigen Verschwinden festzuhalten und zu überliefern, ebenso wie die bereits überholten Techniken der analogen Fotografie. »Analogue« wurde erstmals auf der documenta12 in Kassel einem internationalen Publikum vorgestellt, in München wird das gleichnamige Portfolio mit 40 Dye-Transfer-Prints zu sehen sein.
Begleitend ist das Katalogbuch Zoe Leonard. Fotografien mit Texten von Urs Stahel, Elisabeth Lebovici und Svetlana Alpers im Steidl Verlag erschienen, Preis ? 50
Die Ausstellung ist die erste Retrospektive der Künstlerin in Europa und nach Stationen im Fotomuseum Winterthur und dem Museo Nacional Centre de Arte Reina Sofia, Madrid, die einzige Präsentation in Deutschland. Sie wird von Zoe Leonard für die Pinakothek der Moderne neu eingerichtet und umfasst rund 120 Arbeiten, die in den letzten 25 Jahren entstanden sind.
Für München kuratiert von Inka Graeve Ingelmann in Zusammenarbeit mit Zoe Leonard.
Zoe Leonard: Photographs | Analogue - Zoe Leonard | Zoe Leonard - Centre National de la Photographie
Pinakothek der Moderne
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Eröffnung der Ausstellung Sarah Morris, Gemini Dressage am Freitag, den 29. Mai, um 19 Uhr. Die Ausstellung wird gezeigt vom 30. Mai bis 30. August 2009.
Es sprechen: Prof. Dr. Felix Semmelroth
Kulturdezernent der Stadt Frankfurt am Main, Dr. Susanne Gaensheimer,
Direktorin des MMK
Im Rahmen der aktuellen Sammlungspräsentation Yellow and Green mit den Meisterwerken der Pop-Art und des Minimalismus aus der ehemaligen Sammlung Ströher, zeigt das MMK eine umfassende Einzelausstellung der amerikanischen Künstlerin Sarah Morris (*1967). In ihrer Arbeit, die sowohl Film und Malerei umfasst, greift Morris die Formensprache der Pop-Art und des Minimalismus auf, erweitert sie medial und stellt sie in einen neuen inhaltlichen Diskurs. Sarah Morris kreiert Bilder und Filme, in denen sie urbanen und sozialen Typologien unserer Gegenwart nachspürt. Sie erkundet die psychologischen und gesellschaftlichen Codes der modernen Stadt und die Formensprache, in der sie sich in der Architektur niederschlagen. In den endlosen Variationen komplexer Farb- und Formanalysen ihrer Gemälde, die das Erscheinungsbild unserer städtischen Umwelt adaptieren, und den rhythmisch strukturierten Bildabläufen ihrer Filme versucht Morris herauszufiltern, was hinter den Fassaden architektonischer und urbaner Strukturen verborgen liegt.
In der Ausstellung im MMK ist erstmalig in Europa Beijing, der neueste Film von Sarah Morris, zu sehen. In dessen Mittelpunkt steht das organisatorisch höchst komplexe und vielleicht ehrgeizigste Unternehmen des vergangenen Jahres: die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Der Film von Sarah Morris ist das spektakuläre Porträt eines neokapitalistischen Staates in einer extremen Phase der Selbststilisierung und Kontrollsucht. Beijing zeigt ein autoritäres, bislang in vielen Bereichen verschlossenes Land in einem Moment der scheinbaren Öffentlichkeit. Die Ausstellung im MMK zeigt außerdem eine umfangreiche Auswahl von Gemälden, die im Zusammenhang mit Morris? Filmen entstanden sind. Darüber hinaus hat die Künstlerin speziell für die Ausstellung im MMK ein Wandgemälde entwickelt, das sich über zwei Stockwerke erstreckt und sich auf die Symmetrie der Architektur des Museums bezieht.
In Zusammenarbeit mit dem MAMbo - Museo dArte Moderna di Bologna und dem Witte de With Center for Contemporary Art in Rotterdam hat das MMK eine großformatige Publikation mit umfangreichem Bildmaterial zu Beijing produziert.
MMK Museum für Moderne Kunstm, Domstraße 10, 60311 Frankfurt/Main
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Ausstellung Gerhard Richter: 2 Seestücke, 1975. 7. Juli bis 13. September 2009
Nach den Präsentationen von Reiner Ruthenbeck und Lawrence Weiner zeigt das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main im Rahmen der Ausstellungsreihe Double nun 2 Seestücke von Gerhard Richter. Auch diese Ausstellung orientiert sich an einer historischen Präsentation des Bremerhavener Kabinetts für aktuelle Kunst. Vom 7. Juli bis 13. September 2009 wird in Gregor Schneiders Nachbau der norddeutschen Institution die dritte Einzelausstellung von Gerhard Richter aus dem Jahr 1975 rekonstruiert, dieser ging 1971 eine Ausstellung seiner Farbtafeln sowie 1973 die Präsentation eines monumentalen Parkstücks voran.

Der Werkgruppe der Landschaften, zu der die beiden im MMK präsentierten Seestücke gehören, kommt innerhalb des Gesamtwerkes von Gerhard Richter eine besondere Bedeutung zu. Seit Anbeginn seines künstlerischen Schaffens hat sich Gerhard Richter immer wieder auf unterschiedliche Weise mit landschaftlichen Motiven auseinandergesetzt. Die beiden 1975 entstandenen Seestücke illustrieren nicht nur auf wunderbare Weise dessen Faszination für historische Bild-Sujets, sondern stellen einen besonderen Bezug zu der norddeutschen Seestadt Bremerhaven dar. Wie schon bei der Ausstellung der zwei Textskulpturen von Lawrence Weiner, betont diese Präsentation der beiden sich en face gegenüberhängenden Gemälde von Gerhard Richter durch die Duplizität des Motivs geradezu bildhaft Gregor Schneiders Titel der Ausstellungsreihe Double. In den beiden auf Fotografien des Meeres beruhenden Malereien öffnet sich der Blick auf die offene See, um sofort an klarer Sichtbarkeit zu verlieren. Wie hinter einem Nebelschleier verborgen, sind die Wogen des Meeres und die Weite des bewölkten Himmels nur schemenhaft zu erkennen. Diese Unschärfe ist ein Hauptcharakteristikum der Malerei von Gerhard Richter, der die Medien Fotografie und Malerei thematisiert. Die exakte Wiedergabe von Realität repräsentiert durch das Medium Fotografie und die inhaltliche Bedeutung von Malerei als künstlerische Darstellungsform in der Kunst, sind nicht nur bei den in Frankfurt zu sehenden Werken des Künstlers eine wichtige Fragestellung.
Von Gerhard Richter, der mit zentralen Werken in der Sammlung des MMK vertreten ist und als einer der bedeutendsten lebenden Künstler gilt, zeigen wir innerhalb der Ausstellungsreihe Double selten zu sehende Leihgaben aus Privatbesitz. Insofern ist es dem MMK eine große Freude, mit der Ausstellung 2 Seestücke nicht nur die Geschichte und die Relevanz des Bremerhavener Kabinetts für aktuelle Kunst darzustellen, sondern auch die langjährige Verbindung des Hauses zu Gerhard Richter weiterführen zu können.
Vortrag von Dr. Dietmar Elger Dr. Dietmar Elger ist der Leiter des Gerhard Richter Archivs in Dresden und langjähriger Assistent und Biograph des Künstlers. Zur Zeit arbeitet er an einem neuen Werkverzeichnis von Gerhard Richter. 9. September, 19 Uhr MMK Vortragssaal, Domstraße 10. Der Eintritt ist frei.
MMK Museum für Moderne Kunst | Gerhard Richter: 100 Bilder | Ein Maler aus Deutschland: Gerhard Richter. Das Drama einer Familie | Gerhard Richter: Bilder aus privaten Sammlungen | Gerhard Richter - Das Kölner Domfenster
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Ausstellung HERMANN OBRIST - SKULPTUR | RAUM | ABSTRAKTION UM 1900
Pressevorbesichtigung: 15.07.2009, 11.00 Eröffnung: 15.07.2009, 20.00. Ausstellungsdauer: 16.07.-27.09.2009
Der Bekanntheitsgrad der Werke von Hermann Obrist (1862?1927) steht in keinem Verhältnis zur ihrer kunsthistorischen Bedeutung. In München begründete der gebürtige Schweizer in den 1890er Jahren die deutsche Variante der Jugendstilbewegung, die anspruchsvolles Handwerk der angewandten mit den ästhetischen Ansprüchen der freien, bildenden Kunst verschmolz. Darüber hinaus aber schuf Obrist mit seinen Brunnen und Grabmälern die ersten abstrakten Skulpturen, die in der Verbindung von organischen und anorganischen Strukturen eine ganz eigene Sprache entwickeln, die nicht mit dem Schlagwort Jugendstil erklärt werden kann.
Neben der Rekonstruktion dieses heute weitgehend unbekannten Werks zeigt die Ausstellung zudem, dass Obrists Idee, Bild und zeitgenössische Wissenschaft zu verknüpfen, große Aktualität für Kunst und Wissenschaft unserer Tage hat. Auch in der zeitgenössischen Kunst wird heute dieser Brückenschlag zur Wissenschaft gesucht. In seiner Auseinandersetzung mit der Fotographie ging Obrist zudem über den traditionellen Begriff des Bildhauers hinaus und erschloss paradigmatisch neue Wege für die Kunst des 20. Jahrhunderts. In dieser Ausstellung werden erstmals die Nachlassteile aus der Staatlichen Graphischen Sammlung München und der Kunstgewerbesammlung des Museums für Gestaltung Zürich im Museum Bellerive zusammengeführt und damit das Gesamtwerk des Zeichners, Bildhauers und Theoretikers greifbar. Darüber hinaus führen wichtige Zeitgenossen und Freunde wie August Endell, Henry van de Velde und Rudolf Steiner das Umfeld von Obrists Kunst vor Augen.
Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Obrist bei der »Ausstellung für unbekannte Architekten« des »Arbeitsrats für Kunst« in Berlin 1919. Obrist wurde hier als Vaterfigur einer jüngeren Generation von expressionistischen Architekten und Bildhauern aufgenommen. Ein Ausblick auf Werke von Rudolf Belling, Hermann Finsterlin, Wenzel Hablik, Hermann Poelzig und Buno Taut schließt daher gemeinsam mit den abstrakten Skulpturen Obrists die Ausstellung ab. Die biomorphen Strukturen von Hermann Obrists kaum bekanntem bildhauerischem Werk werden in der Pinakothek der Moderne ihre Aktualität für die zeitgenössische Skulptur und Architektur beweisen können. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Museum Bellerive, ein Haus des Museums für Gestaltung Zürich, organisiert und zuvor dort gezeigt. Ein begleitendes Buch (deutsch-englisch, 248 Seiten, 180 Abbildungen, Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich, 40 Euro in der Ausstellung, 49 Euro im Buchhandel) veröffentlicht erstmals die Nachlassteile in Zürich und München.
Kuratorium: Eva Afuhs, Zürich | Andreas Strobl, München | Viola Weigel (Konzept), Zürich/Wilhelmshaven
 Ein öffentliches Symposium in der Pinakothek der Moderne am 18.09. und 19.09. stellt die Facetten des Werks vor und bietet die Möglichkeit, Obrists Position in der Geschichte der abstrakten Skulptur zu diskutieren. Vortragende: Hubertus Adam (Zürich), Bernd Apke (Gütersloh), Erich Franz (Münster), Christa Lichtenstern (Berlin), Forschungsprojekt »Hermann Obrist im Netzwerk der Künste und Medien um 1900« (Zürich).
Hermann Obrist | Phantastische Muschel, Bleistift und Kohle. Staatliche Graphische Sammlung München. Foto: Martina Gadiot, © Staatliche Graphische Sammlung München
Pinakothek der Moderne
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Ausstellung JABORNEGG & PÁLFFY - BAUEN IM BESTAND
Pressevorbesichtigung: 24.06.2009, 11.00 Eröffnung: 24.06.2009, 19.00 Ausstellungsdauer: 25.06.-27.09.2009
Die Debatte um neue Architektur im historischen Kontext wird seit Jahren intensiv, aber zumeist wenig methodisch geführt. Die Wiener Architekten Christian Jabornegg und András Pálffy (Bürogründung 1988) setzen sich seit zwei Jahrzehnten in besonderer, analytischer Weise mit dem historischen Bestand auseinander. Die Architekten rücken nicht den isolierten Bau oder den Designwert der Architektur in den Vordergrund, sondern fragen nach dem Kontext als grundlegender Referenz für jeden baulichen Eingriff. »Bauen im Bestand« verstehen sie als komplexes und vielschichtiges Zusammenwirken von vorhandener Bausubstanz, Raumprogramm, architektonischer Qualität und konstruktiven Lösungen.
Jabornegg & Pálffys Entwürfe basieren auf kontextbezogenen Bestandsaufnahmen und Analysen. Ein wesentliches Element der Übersetzung räumlicher Veränderungen im historischen Umfeld sind für sie didaktische Modelle, die unterschiedliche Bauphasen und Methoden anschaulich darstellen. Diese Maßnahmen werden mit einer Plan- und Bilddokumentation noch zusätzlich präzisiert. Mit über dreißig didaktisch aufbereiteten Modellen zu vierzehn Beispielen wie dem Museum Judenplatz (2000) in Wien, dem Verwaltungsgebäude der Schoellerbank Wien (2000) und dem Museum Stift Altenburg (2007) wird in der Ausstellung dokumentiert, wie aus der »Reibung« mit dem historischen Umfeld neue architektonische komplexe Lösungen entstehen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Niggli Verlag. Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne | Barer Str. 40 | 80333 München
Pinakothek der Moderne | Bild Jabornegg & Pálffy | Schoellerbank, Wien, Österreich © Ivan Nmec, 2009
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BILDERTRÄUME: Die Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch in der Neuen Nationalgalerie vom 19.Juni bis 22.November 2009. Neue Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin, Kulturforum-Potsdamer Platz.
Die Welt der Träume und Fantasie, des Unbewussten und Mysteriösen, der Sexualität und Gewalt bestimmen die Inhalte der surrealistischen Kunst der 1920er und 30er Jahre. Herausragende Werke aus der Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch und ausgewählte Werke dieser Zeit aus dem Bestand der Neuen Nationalgalerie treten in dieser Publikation in einen Dialog. Hauptwerke von Salvador Dalí, René Magritte, Max Ernst, Joan Miró, André Breton, Yves Tanguy sowie zahlreiche Arbeiten von Künstlern aus dem surrealistischen Umkreis ermöglichen einen umfassenden Überblick über die surrealistische Kunst dieser Zeit, die von freier Assoziationen und der Idee der Ecriture automatique, des vom Verstand losgelösten, spontanen Schaffens, geprägt wurden. Werke des Abstrakten Expressionismus in Amerika, ein zweiter wichtiger Schwerpunkt der Sammlung Pietzsch, entstanden im New York der 1940er und 1950er Jahre direkt aus den Wurzeln des Surrealismus, nachdem zahlreiche Künstler in die USA ausgewandert waren und dort die Ansätze des Surrealismus weiterentwickelten. Werke von bedeutenden und inzwischen mythisch gewordenen Figuren des Abstrakten Expressionismus wie Jackson Pollock, Ad Reinhardt, Mark Rothko und Barnett Newman sind ebenso vertreten wie eindrucksvolle Werke der großen Mexikaner Diego Rivera und Frida Kahlo. Ergänzt wird die Publikation durch historische Porträtfotografien der Künstler, von nicht weniger berühmten Fotografen wie Arnold Newman, Man Ray und Brassaï, ebenfalls im Besitz der Sammler Ulla und Heiner Pietzsch. Zur Ausstellung
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Bayerische Staatsgemäldesammlungen im Glaspalast Augsburg. Malerei ist immer abstrakt. Gegenwartskunst aus der Sammlung der Pinakothek der Moderne
Pressevorbesichtigung: 14.05.09, 18.00 Eröffnung: 14.05.09, 19.00 Ausstellungsdauer: 15.05.09 - Anfang 2010
Seit Kandinsky, Malewitsch und Mondrian herrscht die Vorstellung, Malerei sei entweder figurativ oder abstrakt ? denn Kunst, so die weit verbreitete Meinung, wende sich der äußeren Welt entweder zu oder ausdrücklich von ihr ab. Dabei hielt Malerei auch nach der "Erfindung" der Abstraktion durchaus an einem "Gegenstand" fest. Das Augenmerk richtete sich nun allerdings auf Farben, Formen, Spuren, Ornamente oder auf den Malprozess selbst. Der "Gegenstand" war also nicht mehr so leicht zu benennen ? wie man es vormals gewohnt war.
Mit dem Auftauchen der Abstraktion veränderte sich auch der Blick auf das so genannt Gegenständliche. Mit den Jahren wurde den Betrachtern immer stärker bewusst, dass auch jede Figuren- oder Raumdarstellung seit jeher einen sehr subjektiven Blick des Künstlers auf die Welt spiegelte, und dieser war stets ? ob bewusst oder unbewusst ? ein ausschnitthafter, vereinfachender, im Wortsinn: abstrahierender. Es lässt sich also feststellen: Die Abstraktion ist seit ihrer Einführung in die Geschichte der Kunst ein unscharfer Begriff geblieben. Er hat die Grenzen zur Gegenständlichkeit stets durchlässig gehalten. Malerei, so erkennen wir aus der Perspektive des 21. Jahrhunderts, war und ist, genau genommen, immer abstrakt.
Für eine jüngere Generation von Künstlerinnen und Künstler spielt die einst angenommene und heftig umkämpfte Trennung keine Rolle mehr. Rund 50 Gemälde, die überwiegend in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts entstanden sind, belegen, wie vielfältig sich das Übersetzen erlebter Wirklichkeit in die Malerei heute gestaltet. Ganz selbstverständlich und ohne großes Aufheben wird dabei das so genannte Gegenständliche, aber auch das vordergründig Gegenstandslose in Frage gestellt. Einige der ausgestellten Arbeiten wurden von den Freunden der Pinakothek der Moderne (PIN.) für die Sammlung Moderne Kunst erworben, bei anderen handelt es sich um private Schenkungen. Ein Großteil der Werke fand durch das Ankaufsprogramm der Bayerischen Staatsregierung zur Förderung in Bayern lebender Künstlerinnen und Künstler Eingang in die Sammlung.
Gezeigt werden Arbeiten von Katja Barinsky, Katharina Daxenberger, Stephan Deckert, Hansjoerg Dobliar, Jürgen Durner, Stephan Fritsch, Usija Hofmann, Hendrik Krawen, Simone Lanzenstiel, Kim Nekarda, Thomas Scheibitz, Markus Selg, German Stegmaier, Li Zimmerer und vielen anderen mehr.
Kurator: Dr. Bernhart Schwenk
Glaspalast Augsburg | H2 - Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast
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